Der Wahlkampf hat die französische Gesellschaft polarisiert – Sieger ist Emmanuel Macron. Fünf französische FU-Studierende beschreiben ihre Eindrücke von der Wahl.
Fotos und Interviews: Karolin Tockhorn und Marius Mestermann.
Alexiane (21) aus Paris, Germanistik-Studentin
Alexiane ist vor allem froh, dass nicht Marine Le Pen die Wahl gewonnen hat, hält Macron aber auch "nicht für den richtigen Präsidenten". Über den Wahlkampf sagt sie: "Anstatt über die relevanten Themen zu sprechen, ging es immer nur um Terrorismus, Migration und Sicherheit. Dadurch hat vor allem Le Pen bloß Angst geschürt."
Arnault (20) aus Paris, Erasmus-Student
Arnault ist recht zufrieden mit dem Wahlergebnis - aber auch nur, weil er Marine Le Pen für eine "große Gefahr" hält. "Die Bewertung hängt natürlich auch davon ab, in welcher sozialen Schicht wir uns bewegen. Meine Eltern und ich sind zum Beispiel besorgt darum, dass Macron die Steuern erhöhen könnte."
Isabelle (20), Studentin der Französischen Philologie
Isabelle ist über die Wahl Macrons eher erleichtert als glücklich, sagt aber: "Ich sehe jetzt eigentlich recht optimistisch in die Zukunft. Auch wenn sich unter Macron meiner Meinung nach nicht viel ändern wird, bin ich froh, dass nun die Türen nach Europa in Frankreich offen bleiben."
Sarah (20) aus Lyon, Studentin der Französischen Philologie
Sarah ist mit Macrons Wahlsieg nur bedingt zufrieden: "Als ich für den ersten Wahlgang in Frankreich war, war ich super enttäuscht. Alle sprechen ständig über Politik - aber nicht über etwas Wichtiges, sondern zum Beispiel über die Fillon-Affäre. Manchmal kam es mir vor wie eine TV-Show."
Guillemot (19) aus Paris, Erasmus-Student
Auch Guillemot sieht in Macron eher den Le Pen-Verhinderer, hofft aber, dass er "viel für die europäische Integration tun kann." Der Wahlkampf habe die Franzosen geteilt, "die Debatten waren selten interessant. Es wurde viel über Affären gesprochen - das war sehr peinlich für alle Franzosen."